Radtour im Winter?!


Radtour im Winter?!

Kann man es überhaupt Winterradtour nennen, bei Temperaturen selten unter 8 Grad? Immerhin war es Dezember, jetzt Januar!

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Trotzdem, viele möchten wissen, warum ich gerade im Winter diese Tour begonnen habe.

Bei meinen zwei Weltreisen bin ich im Februar gestartet, damit ich im Sommer in Sibirien und Mongolei oder im Pamir war. Alles Gegenden, in denen ich noch weniger im Winter sein möchte.

Diesmal wollte ich  unbedingt noch 2015 los. Die Aussicht, Marokko im Frühjahr genießen zu können, ist auch verlockend.

Es gibt allerdings einige Vorteile für eine Radtour im Winter

  1. Es sind weit weniger Leute unterwegs, ich habe die Radwege für mich.
  2. Man kann fast überall ungestört wild zelten, kein Schwein geht im Winter sonst raus.
  3. In der Vorweihnachtszeit gibt es wenigstens in Europa Weihnachtsmärkte mit Glühwein.
  4. Ich schwitze kaum und bilde mir wenigstens ein, nicht allzu sehr zu stinken.
  5. Hier in Spanien fuhr ich zuerst durch Mandarinenplantagen, momentan sind Orangen dran, bevor es heißer wird und die Zitronen kommen. Selten so köstliche Zitrusfrüchte gegessen.

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Nachteil:

  1. Es ist kalt 🙂 (zumindest normalerweise), diesen Winter nicht.
  2. Die meisten Zeltplätze sind geschlossen. Vorteil: Man muss nichts dafür bezahlen, wenn man zeltet.
  3. Die Wasserhähne auf den Friedhöfen weiter im Norden sind noch abgestellt.  Vorteil: Es waren wenig durstige Radler unterwegs, daher  bekam ich an jeder Bar gezapftes, frisches Wasser. Weiter im Süden Frankreichs und Spanien gibt es wieder auf Friedhöfen Wasser. Ein Zeichen, dass es hier nicht gefriert..
  4. Am Anfang vermisste ich reifes Obst auf den Bäumen, Kirschen, Äpfel, Pflaumen, je nach Jahreszeit. Jetzt gibt es Zitrusfrüchte.
  5. Ich kann mich nicht dazu durchringen in den Flüssen schwimmen zu gehen oder mich wenigstens zu waschen.
  6. Die öffentlichen Toiletten sind meist abgeschlossen und im Winterschlaf. Kein weiterer Kommentar dazu.
  7. Die Tage sind sehr kurz. Selten war ich so ausgeschlafen. Ich verbringe 12 Stunden, von 7 Uhr abends bis 7 Uhr morgens, im Zelt. Mittlerweile freue ich mich daran, wenn die Tage wieder länger werden.
  8. Man muss mehr Kleidung und einen dicken Schlafsack mitnehmen. Irgendwann kann ich sie abwerfen und freue mich dann über weniger Gepäck.

Man sieht, jeder Nachteil wird wieder mit einem Vorteil aufgehoben. Ich kann es so zusammenfassen: wenn du im Winter losfährst, kann es nur noch besser werden 🙂

Der Sommer auf der Südhalbkugel war wesentlich kälter. Ich darf gar nicht an Weihnachten und Silvester in Feuerland denken. Es war  extrem kalt mit dem ein oder anderen Schneesturm.

Diesmal hole ich mir den Sonnenbrand, kann überall zelten. Es sind die besten Temperaturen zum Radfahren, die man sich vorstellen kann. Einfach wunderbar.

Mittlerweile merkt man auch hier den Winter, wenigstens morgens. Da können es schon mal 0 Grad sein. Nur im Gegensatz zu Deutschland, kann man hoffen, dass es um die Mittagszeit wieder 18 Grad sind.

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Ich kann nur empfehlen, im Winter loszufahren, vor allem wenn es kein richtiger Winter ist.

Was sind Eure Erfahrungen mit Winterradtouren ?

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