Fahrrad-Paradies Dänemark


Nach langem hin und her, fiel die Entscheidung für meine Radreise auf Norwegen. Ein Land in dem ich noch nicht war, landschaftlich schön, was das Radfahren anbelangt anspruchsvoll. Und ich konnte zum Warmradeln durch Dänemark, ein Land, von dem ich von meiner Ostseereise wunderbare Erinnerungen habe.

Anreise

Relativ einfach ist die Anreise per Zug. Ich hatte meine Fahrkarte mit Fahrradstellplatz schon lange im Voraus (vor dem 9-Euro Ticket) gekauft. Von Freiburg geht es direkt nach Hamburg, dann mit dem Regionalzug an den letzten Ort, bevor der Zug nach Sylt abbiegt: Klanxbüll. Die Regionalzüge fahren so häufig, dass eine Verspätung des ICEs kein Problem ist.

Hamburg Altona ist (noch) ein fahrradfreundlicher Sackbahnhof, das bedeutet kein langes Warten vor den Aufzügen, einfach von einem Gleis auf das andere schieben.

Übernachtungsplätze

Von Klanxbüll sind es nur noch 6 bis 9 km an die Grenze, nur ein kurzes Stück bis Wildzelten offiziell erlaubt ist. Nicht nur das, sondern in Dänemark gibt es unglaublich viele “Shelters”, wo man kostenlos übernachten kann. Ein Hauptgrund, weswegen ich Dänemark so liebe. Sie sind meist in Naturparks und Wäldern. Mit der “Shelter”-App sind sie sehr leicht zu finden.

Bei Hoyer war allerdings die Shelter auf der anderen Seite des Kanals und ich zu müde um herum zu fahren. Auf meiner Seite gab es einen wunderschönen Rastplatz, wo ich mein Zelt aufstellte.

Ich war so glücklich. Der Urlaub konnte anfangen.

Die Shelter sind auch nette Treffpunkte.

Hier wurde ich gleich mit einer Tasse Tee empfangen. Die Unterstände waren schon besetzt. Kein Problem, ich stellte mein Zelt dahinter auf.

Zelten hinter Shelters

Dann war ich auf einem kleineren Platz alleine. Heute war ich froh, dass ich einen Unterschlupf hatte, es regnete den ganzen Nachmittag.

Allein im Wald…
Moskito-geschütztes Shelter

Hier hatte sogar jemand ein Moskitonetz zurück gelassen. Sehr nett.

Die Ausstattung ist von Platz zu Platz unterschiedlich. Auf der Shelter – App kann man sie abrufen. Manche haben nicht einmal eine Shelter, sondern nur eine Wiese, auf der man Zelten kann.

Das größte und luxuriöseste war in der Nähe von Hirtshals: vier große Shelters, Feuerstelle und Feuerholz, richtige Toiletten und Wasser.

Wer nicht einfach so mitten im Wald zelten oder auch mehr Komfort und eine Dusche haben möchte, für den gibt es ausreichend Campingplätze.

Ferienhäuser gibt es ohne Ende, allerdings glaube ich nicht, dass sie für eine Nacht vermietet werden.

Radwege

Es gibt unzählige Radwege in Dänemark.

Neben der EuroVelo1, der Nordsee-Fahrradroute, gibt es nationale oder lokale Fahrradrouten. Ein paar länger und kürzere Fahrradrouten findest du bei Visit Denmark. Ich hielt mich mehr oder weniger an der Nordsee-Fahrradroute auf. Sie verlief genau in meine Richtung und war schön eben. Das richtige für mich zum “Warmfahren”. Ideal auch für Familien mit Kindern.

Wie der Name sagt führt die Nordsee-Route an der Nordsee entlang. So gibt es immer wieder schöne Picknickplätze und Aussichtspunkte.

Leuchtturm bei Bovbjerg

Könnte ja direkt auch langweilig werden, oder? Immer eben und gerade aus. Dann kommen doch wieder zur Abwechslung Single Trails

Oder es ging direkt auf dem Strand entlang. Zum Glück war der Sand sehr festgefahren sonst hätte ich mit meiner Sandphobie direkt Probleme.

Wie gesagt: zum Warmfahren waren die 500 km gerade richtig.

Versorgung

Immer wieder kommt ein Dorf oder eine Kleinstadt, wo man etwas kaufen kann. Auch zahlreiche Supermärkte sind vorhanden, wo es etwas günstiger ist. Dänemark ist etwas teurer als Deutschland (Alkohol viel teurer). Das ist auch eine gute Vorbereitung für Norwegen. Da die Übernachtungen gratis sind, brauchst du da ja nicht zu sparen. 🙂

Fahrradläden und -werkstätten sind auch zu genügen da. Dennoch lohnt es sich Dinge wie Ersatzschlauch und Flickzeug mitzunehmen. Ein- oder zweimal habe ich auch eine Reparaturstation mit Pumpe und diversem Werkzeug gesehen. Allerdings kann man damit nicht rechnen, vor allem nicht, ob alles noch so funktioniert.

Kartenzahlung sehr stark verbreitet. Bargeld wird zum Glück auch noch akzeptiert.

Klima

Wenn es so eben ist, ist es meist auch sehr windig. Es gibt ja nichts, was den Wind aufhält. Da ich nur ein paar Tage in Dänemark war, kann ich nichts generelles über das Klima sagen. Ich hatte allerdings zu ziemlich alles: wunderbarer Sonnenschein, Regen, Sturm… nur Schnee natürlich nicht. Insgesamt kälter als bei uns in Süddeutschland, vor allem in dem heißen Sommer 2022. Ein Freund meinte, ich solle eine Daunenjacke mitnehmen. Zum Glück habe ich darauf gehört. Abends und am frühen Morgen hatte ich sie tatsächlich an.

Fähren

Ich hatte mit wesentlich mehr Fähren gerechnet. Es gab auf der Strecke aber nur eine: von Thyborøn nach Agger.

Fähre Thyborøn nach Agger

Sie fährt so alle 1 bis 1,5 Stunden. Die Fahrkarte kauft man am Automaten. Hier geht nur Kartenzahlung. Ich habe mit meiner Visa-Karte gezahlt.

In Thyborøn war der Hafen leicht zu finden. Anders in Hirtshals. Bis ich das Terminal von Fjordline gefunden hatte, war ich patschnass. Der Teil vom Hafen wurde neu aufgeschüttet. Vor ein paar Jahren war da noch Meer. Deshalb sagte mir auch mein GPS, dass ich im Wasser fahre. Natürlich regnete es in Strömen.

Fjordline Fähre nach Norwegen

Am Besten du kaufst das Ticket schon ein paar Tage vorher im Internet. Kurzfristig ist es, vor allem mit Fahrrad, sehr teuer. Ich habe über 100 Euro gezahlt. Am Terminal zahlt man noch einige Euros extra an Service-Gebühren.

Terminal in Hirtshals

Kurz bevor es wieder angefangen hat zu regnen durften wir auf das Schiff. Mein Fahrrad machte einen sehr verlorenen Eindruck zwischen all den Motorrädern. Es kamen noch etwa 80 Wohnmobile auf die Fähre.

Im Regen ging es nach Norwegen….Das kommt dann das nächste Mal

Fazit

Für Abenteuerradler kann Dänemark leicht langweilig werden. Für alle nicht so versierte Tourenradler ist Dänemark ein prima Einstieg. Es ist sehr sicher, hat für jeden Geschmack sehr gute Übernachtungsmöglichkeiten. Das Wetter macht auch meistens mit. Also los..vielleicht nächsten Sommer? Visit Denmark

Hast du schon eigene Erfahrungen mit Dänemark? Dann hinterlasse doch bitte einen Kommentar. Falls du noch Fragen hast, dann melde dich hier: Dorothee Fleck

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