Ostertour in den Vogesen


Ostertour durch die Vogesen

Ostern und beste Wettervorhersage, wie kann ich da zu Hause bleiben? Ich überlegte, wohin ich denn fahren könnte. Nur vier Tage wollte ich unterwegs sein und nicht sehr weit weg fahren. Die nähere Umgebung kenne ich allerdings in und auswendig. Es gibt nichts Neues oder Inspirierendes mehr. Die Vogesen sind ja auch nicht allzu weit entfernt. 

Dann las ich, dass Markus Mehigan von Velotraum den “Traversée du Massif Centrial” in Frankreich fährt. Gibt es so etwas nicht auch in meiner Gegend? Auf http://www.bikepacking.com fand ich schnell das Pedant dazu in den Vogesen “Traversée du Massif Vosgien”. Schnell war mein Fahrrad bepackt, der Track auf mein GPS geladen und am Karfreitag ging es los.

Warmradeln in der Rheinebene

Um vom mittleren Schwarzwald nach Frankreich zu kommen, fährt man nicht nur über den Rhein, sondern auch zuerst einmal über die Autobahn (A5).

Vogesen

Autobahn A5

Bei dem Verkehr war ich mal wieder richtig glücklich, dass ich mir das nicht antun muss. So alleine im Wald ist es doch wesentlich angenehmer.

vogesen

Rheinauen

Hier gibt es viele verschiedene Radwege, ein paar auch grenzüberschreitend, wie der Radweg entlang der Forts.

Vogesen

Plan des Radweges

An den vielen Kanälen und Flüsschen gibt es ganz indyllische Radwege durch Strasbourg hindurch.

Vogesen

Kanal nach Strasbourg

Der Einstieg zu dem “Traversée du Massif Vosgien” (TMV) ist ganz im Norden der Vogesen, in Wissembourg. Da ich in dieses Jahr erst eine kleinere Radtour an den Bodensee gemacht hatte, bot sich die Rheinebene schön zum Warmradeln an.

Meinen ersten Schlafplatz fand ich in einem kleinen Hain neben einem Schädel.

Einfach fantastisch wieder draußen zu sein.

Zelten

Die kleinen Dörfer haben sich schön für Ostern herausgeputzt.

Vogesen

Ostergrüße

Die blütenträchtigen Bäume trugen ihren Teil dazu bei.

Das Wetter war einfach genial mit strahlend blauen Himmel. In den Orten gibt es noch richtige Dorfbrunnen, die Wasserversorgung war gesichert.

Der „TRAVERSÉE DU MASSIF VOSGIEN“

Nach zwei halben Tagen erreichte ich um die Mittagszeit Wissembourg. Dieses nette Städtchen ist eine richtige Touristenattraktion. Ich kann gar nicht sagen, wie viele verschiedene Sprachen ich gehört hatte.

Vogesen

Wissembourg

Nachdem Ich etwas zu essen gekauft hatte, ging es endlich los auf den TMV.

Mittlerweile war es so heiß, dass ich mich am liebsten zu dem Hund in den Brunnen gelegt hätte.

Zum Glück ging es in den Wald, wo es doch merklich kühler wurde. Und schon kam die erste Absperrung.

Die konnte ich leicht umfahren und war dann endlich auf dem Track.

Die ersten Single Trails, Zeit den Helm aufzusetzen 😉

Hier muss es stark gestürmt haben.

Auf dem Weg lagen über hunderte von Metern Bäume und Äste. So schnell gebe ich ja nicht auf und suchte einen Weg drum herum. Nach einer halben Stunde und total verkratzten Beinen gab ich auf. Einer der wenigen Situationen, wo ich wirklich umdrehen musste.

Zur Erholung stand dann dieses wunderbare “Wohnzimmer” zur Verfügung.

Ruhestätte für Wanderer

(ich ging davon aus, wenn es für Wanderer ist, dürfen es auch Radwanderer benutzen 😉 )

Schon von Weitem sieht man die Burg Fleckenstein.

Burg Fleckenstein

Es stand mal zur Frage, ob wir (Fleck) davon abstammen. Dies wurde dann aber widerlegt. Allerdings fühle ich mich dem Ort immer irgendwie verbunden. Ich war nun schon das dritte Mal dort.

Ab und zu kamen ein paar Orte, zum Beispiel das malerische Dörfchen La Petite-Pierre. Am Ostersonntag war es leider hoffnungslos überlaufen.

Ein paar Meter weiter im Wald war dann niemand mehr.

Ein Stückchen geht es entlang der französichen Verteidigungslinie “Maginot-Linie”.

Alte Bunker mit Moos überwachsen stehen wie riesige Pilze herum.

Maginot – Linie

Ein bisschen verschnaufen konnte ich auf der Straße, bevor es in Jaegerthal wieder steil den Berg hoch ging.

Die Berge in den Nordvogesen sind nicht so hoch, so zwischen 400 und 550 Höhenmeter. Die Anstiege sind nicht sehr lang. Am Schluss vom Tag hatte ich bei etwa 65 Kilometern trotzdem mehr als 1200 Höhenmeter bewältigt. Da hätte ich mir ein reichhaltigeres Abendessen gewünscht.

Vogesen

Abendessen

Da ich Gewicht und Platz sparen wollte, nahm ich keinen Topf mit, nur meinen Wasserkessel – ein Fehler.

Wenn ein Tag so anfängt, was kann dann noch schiefgehen?

Und gleich ging es wieder durch ein schnuckliges Osterdorf Niederbronn-les-Bains.

Es war nicht zu übersehen, es war Ostern.

Der Weg war wieder sehr abwechslungsreich: Steile Singletrails

wechselten sich ab mit schönen breiteren Waldwegen.

Die Kulisse blieb einfach fantastisch. So viele schöne moosbehangene Felsen.

Und abends wieder schön gebettet auf weichem Laub.

Der TMV führt weit auf die westliche Seite der Vogesen. Da ich nur vier Tage unterwegs sein wollte, befürchtete ich, ich müsse über all die Berge wieder Richtung Osten kommen.

Diese Bedenken waren absolut überflüssig. Ich startete am Morgen etwa 11 Kilometer vor Saverne und schwuppdiwupp war ich am Rhein-Marne-Kanal.

Zuerst genoss ich noch die Wege durch den Wald, bevor ich mich auf den Radweg entlang des Kanals befand, der direkt nach Strasbourg führt.

Rückweg entlang der Kanäle

Am frühen Ostermontagmorgen war noch nicht viel los, ebenso in der Stadt Saverne.

Vogesen

Saverne

Auch später waren hauptsächlich nur Rennradler auf dem Weg, ansonsten war ich alleine.

Radweg am Kanal Rhein-Marne

Nach den mehr abenteuerlichen Wegen durch die Wälder der Nordvogesen, war das hier schon fast langweilig. Dafür war ich ruckzuck in Strasbourg.

Europaparlament

Hier war natürlich mehr los. Viele Reiseradler suchten sich einen Weg durch die Menge. Ich genoss den Trubel der Stadt, bevor ich mich zum Jardin des Deux-Rives aufmachte und über die Passerelle zurück nach Kehl kam.

Fazit:

Besser hätte ich die Osterfeiertage nicht nutzen können. Es tut einfach immer wieder gut rauszukommen, sei es auch nur für ein paar Tage.

Den Teil des Trails, den ich fuhr, war technisch nicht schwierig. Wenn ich keine Lust mehr hatte, noch eine Schleife zu drehen, nahm ich einfach eine Abkürzung. Entweder war diese auf einer kaum befahrenen kleinen Straße, oder auf einem der unzähligen anderen Radwegen und hat dann auch Spaß gemacht.

Jetzt möchte ich natürlich möglichst bald zurück nach Saverne und die nächste Etappe auf dem “Traversee du Massif Vosgiene” fahren.

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