Vier Länder – ein Abenteuer – in Europa


Im Sommer 2021 ging es wohl einigen so: wohin soll und kann man während der Pandemie hinfahren? Wenigstens eine kurze Radtour, zwei Wochen, sollte es sein.

Mittlerweile habe ich fast die ganze Welt gesehen. In Europa gibt es (zum Glück) noch ein paar weiße Flecken. Länder, in denen ich noch nicht mit dem Fahrrad war. Vor allem der Osten ist für mich noch weitgehend Neuland. 

Auch bezüglich der Covid-19 Situation boten sich die Länder – Österreich – Tschechien – Slovakei – Ungarn und Slowenien an. 

Die Gesamtroute:

Meine Route – so ungefähr

Die Entscheidung war schnell gefällt. Mit dem Zug nach Wien – dann mehr oder weniger entlang des EuroVelo 9 Richtung Brno (Brünn) nach Tschechien. Das einzige der Länder, in denen ich noch nie mit dem Fahrrad war. 

Da in Ungarn offiziell Wildcampen erlaubt ist und ich aus persönlichen Gründen endlich mal den Plattensee sehen wollte, bin ich von Brno Richtung Südosten, durch die Slowakei nach Ungarn. Nicht nur aus Zeitgründen fiel Slovenien weg. Von Ungarn ging es nach Wien zurück und mit dem Zug wieder heim. 

Nicht nur kulturell, sondern auch wie die einzelnen Länder mit der Pandemie umgegangen sind, war die Reise sehr interessant. 

Start in Wien 

Ankunft in Wien

Ohne nennenswerte Verspätung kam ich in Wien Hauptbahnhof am Spätnachmittag an. Ich war bei Weitem nicht die Einzige, die mit dem Fahrrad ausgestiegen ist. 

Wien ist ein Knotenpunkt der Radfahrstrecken. Außer den geografischen Gegebenheiten lohnt sich diese Stadt durchaus. Neben den historischen Gebäuden und dem kulturellem Angebot ist auch die Fahrradinfrastruktur hervorragend. 

Vom Hauptbahnhof geht es auf sehr gut ausgeschilderten Fahrradwegen an die Donau. An dem wunderschönen Montagnachmittag ist auf dem Radweg einiges los,  auch viele Reiseradler sind unterwegs. Hier treffen sich der EuroVelo 6 und EuroVelo 9. Der EuroVelo 6 ist der hochfrequentierte “Fahrrad Highway” vom Atlantik ans Schwarze Meer ist. 

Nachdem der EuroVelo 9 sich vom EuroVelo 6 trennt, bin ich allein, wunderbar. Zum Glück ist es noch eben, langsam gewöhne ich mich wieder an mein schwer bepacktes Fahrrad.

Oft werde ich gefragt, wieviel ich für meine Touren trainiere. Meine Antwort: gar nicht. Ich trainiere während der Tour. Ich bin allein. Keine ( r), der mich vorwärts treibt. Kein Ziel, das ich heute noch unbedingt erreichen muss. Einfach Freiheit pur und fahren, solange und so schnell wie es geht. Da es auch noch relativ eben ist, muss ich mich beim Warmradeln nicht allzu sehr anstrengen. 

Nördlich von Wien ist das Weinviertel. Es ist sehr touristisch, allerdings nicht “Fahrrad-Touristisch”. Viele nette Restaurants und Weinkeller, aber keine Campingplätze. 

Ok, vielleicht gibt es einen auf der Strecke, der war dann zu früh, da hatte ich noch so viel Spaß am Radfahren. 

Also ab in den Wald. 

Waldeinsamkeit

Endlich mal wieder Wildzelten. Ob ich keine Angst habe? Ich habe inzwischen so viel Erfahrung, dass ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen kann. Wenn der Platz sich nicht gut anfühlt, fahre ich weiter. Meine Prämisse ist, ich darf nicht von einem Weg aus gesehen werden und der Platz darf nicht mit dem Auto zugänglich sein. So kann ich dann den Abend und die Stille der Nacht sehr gut genießen. 

happy camper

In die Weinberge

Gut erholt und bei schönstem Sonnenschein geht es am nächsten Tag durch die preisgekrönten Orte. 

Das Frühstück finde ich direkt am Wegesrand. 

Fühstück

Die Trauben dauern noch ein Weilchen bis zur Ernte. In diesem Stadium kann ich die Rebsorten nicht unterscheiden. Als Weißweinliebhaberin sagt mir natürlich “Grüner Veltliner” was. Merlot kenne ich noch von früher, Zweigelt habe ich noch nie gehört, ist auch ein Rotwein. 

Schau-Reben

Dementsprechend heißen hier auch die Radwege. Den Sylvaner fand ich besonders geschmackvoll. 

Was man nicht so alles auf Radtouren lernt ;-). Eine Weinprobe hatte ich nicht. Die Weinkeller mussten zuerst freigelegt werden 🙂 

“Weinberg” lässt vermuten, heute ist es wesentlich hügeliger. Als ich schweißtriefend oben an einem Berg ankomme, laden mich schon sehr angeheiterte Männer auf ein Glas Wein ein. Dankend lehne ich ab. Was zu trinken wäre schon nicht schlecht. Alkohol würde mich aber glatt vom Fahrrad werfen. 

Erinnerung an vergangene Zeiten: 

Falkenstein ist dann wieder frisch herausgeputzt. Wunderschön.

Obwohl es heute schon wesentlich hügeliger als am ersten Tag ist, habe ich auch heute noch nicht genug vom Fahrradfahren, fahre einfach weiter. 

Dann stand ich vor der Grenze zu Tschechien. 

Fazit:

Österreich war mal wieder sehr gemütlich, unkompliziert, größtenteils wunderbare Fahrradwege. 

Sprachlich für eine Süddeutsche auch kein Problem, die Vorkehrungen wegen Covid-19 die gleichen wie in Deutschland: im Laden mit Maske, außen ohne. 

Seit ich vom EuroVelo 6 weg war, habe ich kaum andere Radfahrer gesehen, zumindest keine Reiseradler. War sehr schön ruhig und gemütlich. Für eine entspannte Tour sehr zu empfehlen. 

Anders geht es auf der anderen Seite der Grenze weiter. Seid gespannt….;-) 

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