Hast Du keine Angst?
*** aus dem Archiv, aktualisiert und neu aufbereitet ***
Über die Angst und den Umgang mit ihr
„I learned that courage was not the absence of fear, but the triumph over it. The brave man is not he who does not feel afraid, but he who conquers that fear“. Nelson Mandela
VORWORT:
Die letzten Tage haben wieder gezeigt, wie viel Angst in der Welt geschürt wird. Daran hat sich in den letzten Jahren, seit der ersten Erscheinung des Beitrags, nichts geändert.
Genau das ist der Grund, warum ich diesen Beitrag veröffentliche. Lass dich nicht lähmen! Die Welt ist immer noch viel besser, als uns die Medien oft weismachen wollen.
Möge dieser Text dir helfen, deine nächste Herausforderung mit mehr Leichtigkeit anzugehen. Und genau dafür habe ich mir ein großes Thema vorgenommen: die Angst.

„Hast du keine Angst?“ – Eine Frage, die mich oft erreicht
Ob ich denn keine Angst habe? Diese Frage wird mir häufig gestellt. Ich bin keine Heldin, und ich halte mich auch nicht für besonders mutig. Doch was für andere ungewöhnlich ist, ist für mich längst Alltag geworden.
Was ist Angst?
Ich untetscheide zwei Arten von Angst:
- Die lähmende Angst – eine Angst, die aus Unsicherheit entsteht und vor allem in unserem Kopf existiert. Sie schränkt unsere Freiheit ein und kann uns daran hindern, zu leben.
- Die schützende Angst – ein natürlicher Mechanismus, der uns davor bewahrt, leichtsinnige oder gefährliche Entscheidungen zu treffen.
Beide Formen können lebensbedrohlich sein:
Zu wenig Angst (Typ 2) führt zu Leichtsinn. Wir setzen uns Gefahren aus, die wir nicht kontrollieren können.
Zu viel Angst (Typ 1) führt zu Lähmung. Wir trauen uns nichts mehr zu – und leben nicht wirklich.
Was können wir tun?
Die Frage ist nicht, wie wir die Angst loswerden, sondern wie wir mit ihr umgehen.
1. Angst als Freundin betrachten
Die eigentliche Gefahr ist nicht die Angst selbst, sondern die Lähmung, die aus ihr resultiert. Höre auf deine Angst – sie will dir etwas sagen. Schnell wirst du erkennen: Ist es die lähmende oder die schützende Angst?
2. Klein anfangen
Egal, ob du Klippenspringer werden willst oder einfach nur eine Rede halten möchtest: Jeder fängt klein an. Selbst der beste Klippenspringer hat einmal mit einem niedrigen Startblock begonnen. Schritt für Schritt wächst das Vertrauen – und die Angst wird zum Wegweiser, nicht zum Hindernis.

Die Angst vor dem Versagen
Seine Komfortzone zu verlassen und Unsicherheit zuzulassen, bedeutet nicht automatisch, ein Risiko einzugehen. Vielleicht traust du dir nicht zu, in der Öffentlichkeit zu sprechen – aber das bringt dich noch lange nicht in Lebensgefahr.
Was ist Versagen?
Eigentlich gibt es das gar nicht. Selbst wenn etwas schiefgeht, gewinnst du Erfahrung. Versagen ist nur das Nicht-Versuchen.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst
Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Eine mutige Person ist einfach einen Schritt weiter: Sie ist sich ihrer Angst bewusst – und nutzt sie als Kompass. Die Angst zeigt dir, was als Nächstes zu tun ist.

Wie gelangt man dorthin?
Erfahrung ist der Schlüssel
Wie der Klippenspringer, der klein anfängt, sammelst du Erfahrungen, Wissen und Fähigkeiten. So wird die Angst zu deiner Verbündeten – man spricht auch vom „7. Sinn“.
Wenn ich zum Beispiel einen Platz zum Wildzelten suche, sagt mir manchmal meine Erfahrung – oder meine Freundin Angst: „Hier besser nicht.“ Das akzeptiere ich und fahre weiter, bis ich einen Ort finde, der sich für uns beide richtig anfühlt. Nach einem langen Tag auf dem Fahrrad bin ich oft so müde, dass ich keine Zeit mehr habe, Angst zu haben – ich schlafe einfach ein.
Ich möchte meine Angst nicht komplett verlieren. Sie ist ein wichtiger Schutzmechanismus. Wer weiß, vielleicht brauche ich sie noch.
Ein Leben ohne Angst?
Ein Leben ganz ohne Angst wäre nicht nur langweilig – es wäre auch gefährlich. Im Gegensatz dazu sieht die erfahrene Person die Welt wie sie ist und macht dann kluge und vielleicht auch mutige Entscheidungen.
Der Klippenspringer vertraut auf seine Erfahrung. Die Angst reduziert sich auf ein gesundes Maß – sie erinnert ihn nur noch daran, sich zu konzentrieren, um keine Fehler zu machen.
Risiko – ein ständiger Begleiter
Risiko ist immer da, wenn wir etwas Neues wagen. Aber genau das ist das Leben: Neue Wege gehen, Neues ausprobieren. Wo wären wir, wenn niemand jemals ein Risiko eingegangen wäre? Amerika wäre nie entdeckt worden. Jeder Künstler, jeder Innovator, jeder Träumer geht diesen Weg.
Trenne Risiko und Angst – dann mach dich auf und erobere die Welt!
Angst in Wut verwandeln – wenn nötig
Wer vor Angst gelähmt ist, wird zum Opfer. In manchen Situationen kann es hilfreich sein, Angst in Wut umzuwandeln.
Wenn mich zum Beispiel ein Mann dumm anmacht, reagiere ich manchmal mit einer tiefen Bauchstimme – egal in welcher Sprache. Das wird meistens sofort verstanden. Die Männer sind dann oft geschockt. Auch bei Hunden kann das funktionieren: Tief in die Augen schauen und Wut zeigen, statt Angst.
Bei Krokodilen würde ich das allerdings nicht ausprobieren. Da hoffe ich, dass meine Freundin Angst mir genug Adrenalin liefert, um sehr schnell wegzukommen.

Vertraue deiner Angst – sie ist deine Freundin
Sie wird dir helfen, deine Träume wahr zu machen.
Was möchtest du dieses Jahr noch unternehmen – hast aber noch Angst davor?
Ich freue mich über deine Gedanken und Erfahrungen in den Kommentaren!

Hallo Dorothee,
bei der Überschrift hatte ich erst die Befürchung, oder vielleicht auch Angst, dass der Artikel eine abschreckende Wirkung erzielen würde. Das ist aber zum Glück nicht der Fall, sondern er ist eher motivierend. Ich denke auch, dass die Angst und der Respekt vor etwas zwei wichtige Reisebegleiter sind, sofern sie nicht extern geschürt werden, zum Beispiel durch die Medien. Das habe ich vor allem vor den letzten beiden Fußball-Weltmeisterschaften gemerkt, als die Zeitungen und Online-Medien im Vorhinein ausschließlich Schlechtes über die Austragungsorte Südafrika und Brasilien veröffentlicht hatten. Wirklich traurig.
Daher hast du völlig recht damit, dass man seiner eigenen Einschätzung vertrauen soll. Danke für den tollen Beitrag und das Klippenspringer-Beispiel.
Viele Grüße, Daniel.
Vielen Dank, Daniel, freut mich, wenn er Dir gefallen hat. Wie man an Deinem Mosambik Beitrag sehen kann brauche ich Dir in Sachen Angst und dem Umgang damit nicht mehr viel sagen. Auf der Klippenspringerskala bist Du sicher schon auf dem 10m Brett 🙂