Gedanken über Fahrradcomputer 8


Fahrradcomputer

Jahrelang fuhr ich mit meinem absolut zuverlässigen CicloMaster CM 434. Eigentlich ein drahtloser Fahrradcomputer mit Höhenmesser, den man ganz einfach in einen Computer mit Kabel verwandeln konnte. Man brauchte lediglich eine Halterung mit Kabel.

Sogar Spezialwäsche mit Schleudergang in der Waschmaschine konnte ihm nichts anhaben. Meine erste Weltreise mit über 61.000 km war wohl zu viel für ihn. Ich habe es gerade noch zurück nach Deutschland geschafft, bevor ich mich endgültig von ihm trennen musste.

Wenn man mal von einer Sache überzeugt ist, möchte man sie ja wieder haben. Offiziell gibt es den CM 434  nicht mehr. In den letzten Jahren hat sich in Sachen Fahrradcomputer einiges getan. Zum Beispiel hört man heutzutage nicht mehr selber auf seinen Körper, sondern braucht einen Computer, der einem sagt, dass man mit zu hohem Puls fährt :-). Ich wollte wieder einen Computer mit Höhenmesser, aber ohne Herzfrequenzmesser.

Schließlich fand ich doch noch einen CM 434 bei ebay, mit dem bin ich allerdings auf der zweiten Weltreise nur nach Italien gekommen. Schweren Herzens kaufte ich schließlich ein Billigmodel, nur mit Grundfunktionen.

Tacho1

Was sollte man beim Kauf von Fahrradcomputern bedenken?

1. Grundfunktionen

Selbst die Billigcomputer haben die gängige und eigentlich für Radreisen ausreichenden Grundfunktionen:

Aktuelle Geschwindigkeit
Tageskilometer
Gesamtkilometer
Fahrzeit
Uhrzeit

meistens auch

Durchschnittsgeschwindigkeit.

Funktionen wie

Kalorienverbrauch
kalkulierte CO² Ersparnis im Vergleich zum Auto,

wie beim ALDI Modell, würden mich wegen Mangels Seriosität vom Kauf abhalten.

Ein triftiger Grund mehr zu investieren und nicht mit einem ALDI oder Billigmodel zu gehen, ist die Wasserdichte. Meistens ist es ärgerlich genug, wenn es anfängt zu regnen, da braucht nicht auch noch der Fahrradcomputer aussetzen

2. Drahtlos oder mit Kabel?

Außer dass an einem kabellosen Computer das Kabel nicht kaputt gehen kann und es vermeintlich leichter anzubringen ist, habe ich den Sinn von kabellos nie verstanden.

Der Nachteil des kabellosen Computer ist, dass der Verbrauch an Batterien wesentlich höher ist. Nicht nur auf Reisen sollte man ihn deswegen meiden.

Manchmal ist die Implementierung, die Synchronisation viel komplizierter, als das Kabel zu verlegen. Bei meinem derzeitigen Cateye Adventure muss man bei jedem Batteriewechsel den Sender zurücksetzen und den Computer neu synchronisieren. Da man aber alle paar tausend Kilometer die Batterien wechseln muss, hat man die Handgriffe und Tastenkombinationen schnell drauf 😉

3. Höhenmesser

Mein persönliches „must have“, darum bekommt diese Funktionen einen extra Abschnitt.

Es macht durchaus Sinn, auf Radreisen zu wissen, wie hoch man ist. Vorausgesetzt man weiß, wie hoch der Berg ist, über den man muss. Äußerst selten hat man am Straßenrand solche Schilder wie in Andorra.

TachoX

Auf der Suche nach Radcomputern mit Höhenmesser, aber ohne Herzfrequenzmesser, lichtet sich das Angebot ungemein. Als ich in Australien endlich wieder Zugriff auf solche Produkte hatte, war der einzige Fahrradcomputer der oben erwähnte Cateye Adventure

Bei Amazon habe ich jetzt das Nachfolgemodell von Ciclo Master CM 434, den 436 gefunden. Von Haus aus ist er auch kabellos, da aber der Empfänger in der Halterung sitzt und nicht im Computer kann man die Halterung auswechseln und hat dann einen mit Kabel.

Bei CicloProduktberatung bekommt man keine Resultate für die Suche mit „Höhenmesser“ und „verkabelt“. Ich weiß nicht, ob man die aktuellen Modelle einfach mit Kabel umrüsten kann. Da sie preislich etwas höher sind, bin ich dem auch nicht nachgegangen.

Auf der EuroBike letzen Jahres habe ich bei Sigma ein interessantes Teil gesehen: SIGMA SPORT BC 14.12 ALTI, Höhenmesser und verkabelt für einen sehr attraktiven Preis. Das ist meine Wahl für meine nächste Reise.

4. Herzfrequenz und PC-Funktionen

Auch bei Fahrradcomputern kann man unendlich Geld liegen lassen. Wie bei allen Sachen, sollte man sich auch hier genau überlegen, was man wirklich braucht. Auf Reisen kann man auf einiges verzichten (außer auf den Höhenmesser 🙂 ).

5. GPS

Kann ein GPS den Fahrradcomputer ersetzen? Auf meinen Fotos sieht man manchmal beide Geräte. Das ist weitgehend eine Spielerei, die ich mir gönne. Man braucht es aber nicht. Ich würde sogar abraten, den Fahrradcomputer mit GPS zu ersetzen. Wenn ich während der gesamten Fahrt das GPS an habe, reichen die Batterien bei meinem Garmin etrex 30 vielleicht 4 Tage. Das ist der erste Grund. Ich habe ihn eigentlich nur an, wenn ich einen Weg suche, nicht, wenn ich die Strecke schon kenne, oder es eh nur geradeaus geht.

Der zweite Grund, auch ein GPS geht kaputt. Es passierte mir zweimal, dass er einfach nicht mehr anzuschalten war und das ganze Gerät ausgetauscht werden musste. Ärgerlich, wenn man da gerade in Madagaskar oder in der Mongolei sitzt.

Ja, der Fahrradcomputer kann auch kaputt gehen, man kann ihn aber leichter ersetzen. Im Notfall setze ich das GPS als Backup für den Computer ein, um die gefahrenen Kilometer zu wissen.

Fazit

Das Wichtigste auf Radreisen sind die gefahrenen Kilometer, wie weit es bis zum nächsten Ort oder Wasserstelle ist. Dafür reicht im Grunde ein Fahrradcomputer mit Grundfunktionen. Ein solcher hat dann noch Geschwindigkeit und Durchschnittsgeschwindigkeit, die ich geflissentlich ignoriere. Aus schon erwähnten Gründen ist mir der Höhenmesser wichtig. Außerdem sieht man dann auch direkt, warum man am Abend so fertig ist, wenn man tausende von Höhenmeter ohne einen nennenswerten Berg, hinter sich gebracht hat.

Trotzdem sollte man nicht sparen, wenn man ein zuverlässiges Gerät haben möchte. Mit den gängigen Marken wie Sigma, VDO ist man auf jeden Fall gut beraten.

Viel Spass beim Fahren. Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht ?


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8 Gedanken zu “Gedanken über Fahrradcomputer

  • Christine

    Hallo Dorothee und danke für den Beitrag über Fahrradcomputer. Es ist schon ein wenig merkwürdig, mit welchen zum Teil fragwürdigen Funktionen die Computer ausgestattet werden, und gerade Höhenmeter eher nicht zum Standard gehören.

    Ich hatte mir im Frühjahr den Sigma BC14.12 besorgt und war mit dem Teil durchaus zufrieden. Es war überraschend wie viele Höhenmeter sich bei Fahrten im Alltag etc so ansammeln… :). Das Teil macht einen soliden und zuverlässigen Eindruck, hat keine überflüssigen Funktionen, und war einfach zu montieren. Allerdings dauerte es ein wenig bis ich mir die verschiedenen Tastenkombinationen gemerkt hatte. Leider weiss ich nicht wie sich der Computer im längeren Betrieb bewährt, habe ihn nämlich verloren… 🙁 , aber werde ihn einfach wieder kaufen.

    Grüsse von Christine

    • doroFleck Beitragsautor

      Hallo Christine,

      vielen Dank für Deine Erfahrungen mit dem Sigma BC14.12. Hoffentlich kann ich Dir dann mal berichten, wie er sich im längeren Betrieb verhält.

      Liebe Grüße aus der Bretagne,
      Dorothee

    • doroFleck Beitragsautor

      Hi Maren,

      eigentlich behält jeder bessere Fahrradcomputer die Gesamtkilometer im Speicher, auch bei Batteriewechsel. Ich kann Dir jetzt gar nicht sagen, welcher es nicht tut. Die Sigma, VDO, CatEye und Ciclo behalten die Gesamtkilometer normaler Weise – bei meinem Ciclo wurden die Kilometer, bevor er total kaputt war, gelöscht, wobei ich nicht weiß, ob nicht ich es aus Versehen gelöscht habe.

      Wenn Dir die genau Zahl sehr wichtig ist, ist ein „paper backup“ (notieren) auf jeden Fall ratsam.

      Viel Spaß

      • Maren

        Oh, ok… ich habe einen einfachen Sigma. Nachdem die Batterie leer wurde, waren alle Daten weg.

        Was hältst du von einem kleinen Teasi (o.Ä.)?

        • doroFleck Beitragsautor

          ich selbst habe zusätzlich zum Fahrradcomputer ein GPS Garmin 30. Ich möchte nicht das eine mit dem anderen ersetzen. Wegen dem hohen Energieverbrauch wollte ich nicht ein GPS die ganze Zeit an haben. Eine Teasi oder anderes GPS erfüllt sicher andere gute Zwecke.

  • Robert Huxoll

    Ich bin mit dem Nachfolger, dem CicloSport CM4.41A sehr zufrieden. Das größere Display läßt sich sehr gut ablesen, er verfügt auch über eine Höhenmessung, läßt sich auch per USB mit dem PC verbinden und ich habe den Trittfrequenz-Sensor nachgerüstet (leider ist dieser aber verkabelt). Eine Herzfrequenzmessung brauche ich nicht. Fängt as Herz zu stark an zu pumpen habe ich mich überschätzt und muß mich dann eben wieder etwas zurücknehmen. Das kam bisher aber auch nur bei Berganstiegen vor – der Höhenmesser warnt ja eigentlich auch schon vor zu dünner Höhenluft…

    • doroFleck Beitragsautor

      Vielen Dank für die Information über den neuen CicloSport.
      Sicherlich, wenn man den Fahrradcomputer mit dem Laptop verbinden will, ist das sicher eine Option.
      Das kann man mit meinem Sigma nicht.