Uganda


Uganda: Es grünt so grün….

Radfahren in Uganda

Endlich raus aus Ruanda und nach Uganda. Werde ich auch hier von den Kindern verfolgt? Da Uganda neunmal so groß ist wie Ruanda, hoffte ich ab und zu durchatmen zu können. Hier nun mehr über Kinder und Berge.

Für Ruanda, Uganda und Kenia gibt es ein gemeinsames Visum, das East – African-Visum. Es ist drei Monate gültig. In dieser Zeit kann man zwischen den Ländern hin und her reisen. Dass mich nichts nach Ruanda zurück zog, muss ich wohl nicht erklären.

Die Abwicklung an der Grenze war somit noch weniger kompliziert. Allerdings sah ich in der Minute auf der Immigration im Fernsehen, dass die Wahlen in Kenia, die am 8. August stattfanden, wiederholt werden. Das passte mir gar nicht. Ich war froh, dass ich Anfang August nicht in Kenia war. Jetzt bestand die Möglichkeit, dass es mich doch erwischen würde. Mal abwarten.

Auf der Grenze rief tatsächlich ein Kind „Mzungu, give money!!“ Oh je! Aber es war nur ein einziges.

Das Dreieck Kongo/Ruanda/Uganda wurde hauptsächlich durch Diana Fossey und vor allem durch den Film „Gorillas im Nebel“ weltberühmt.

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Den Nebel habe ich gesehen, die Gorillas nicht. Ich wollte den „Gorilla-Tourismus“ nicht unterstützen. Für hunderte von US-Dollars werden Touren angeboten. Und da die Touristen für das Geld auch Gorillas zu sehen bekommen sollten, werden diese quer durch den Wald gejagt. Warum kann man die armen Tiere nicht einfach in Ruhe lassen?

Über Kisoro ging es nach Kabale.

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Es war weit weniger bergig als gedacht. Ich genoss es vor allem, da es kaum Kinder gab. Ich hatte schon beinahe vergessen, wie schön es sein kann, in Ruhe Fahrrad zu fahren, ohne „Mzungu, give money“ um mich herum.

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Nach Kabale wurde es viel bergiger. Ich hatte das Gefühl, ich fahre Stalagmiten rauf und runter, bis ich von hoch oben einen Ausblick in ein tiefes Tal hatte. Da da unten eine geteerte Straße war und da es nur eine geteerte Straße gab – nämlich meine – wusste ich, da muss ich hinunter.

Ruckzuck war ich mehrere Kilometer weiter und einige Höhenmeter tiefer. Jetzt war es auch wesentlich wärmer.

Die Bevölkerung geht hier gegen Null. Dafür gibt es sehr interessante Vögel, wie diese Kronenkraniche.

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Endlich konnte ich wieder in Ruhe Pause machen. Niemand blieb stehen und starrte. Niemand rief Mzungu – PARADIES!! Kam jemand vorbei, lief er mit einem „Hello“, oder „Jambo“ vorbei.

Ich ging davon aus, dass die Straße von Ntungamo nach Ishaka nicht geteert ist. Was mich aber erwartete, war eine fantastisch neue Straße

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Zuerst ging es durch eine wunderbare Berglandschaft. Nach Ishaka fingen die Teeplantagen an.

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Zum ersten Mal seit langem hatte ich wieder blauen Himmel. Zusammen mit dem leuchtendem Grün der Teepflanzen gab es ein herrliches Bild.

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Uganda gefiel mir von Tag zu Tag besser.

Danach kam ein dichter Wald, in dem es auch einen kleinen Camping-Platz gab.

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Auch hier gab es viele Affen. Mittlerweile habe ich keinen Gefallen mehr an ihnen. Sie haben es zu sehr auf meine Esssachen abgesehen. Kaum hatte ich mich umgedreht schnappten sie mein Brot. Bis die 16-köpfige Reisegruppe kam – bewaffnet mit ihren Kameras, um die Affen zu fotografieren – hatte ich diese (leider) schon erfolgreich verjagt.

Ein paar Kilometer weiter geht es hinunter in den „Queen Elizabeth“ Nationalpark

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Das erste Mal seit langem, dass ich knapp unter 1.000 Höhenmeter war.

Auch hier wimmelt es von wilden Tieren, aber es war keiner da, der mir verbot weiter zu fahren.

Die Straßen waren viel schlechter als zuvor. Viele Schlaglöcher ließen die Autos wieder „Ringelreihen“ tanzen. So waren sie auch sehr langsam. Die Gefahr für die Tiere, dass sie überfahren werden, war sehr gering.

Als aber die Autos stehen blieben, wunderte ich mich sehr und fuhr weiter. Dann sah ich wenige Meter vor mir drei riesige Elefanten die Straße kreuzen. Sofort blieb ich ebenfalls stehen. So viel Mumm, dass ich sie auch noch fotografiere, hatte ich nicht.

Dieses „Kobus kob thomasi“ (Uganda-Kob) sah doch wesentlich ungefährlicher aus.

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Nachdem es zwischen dem Lake George und Lake Eduard durch ging,

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verließ ich die Südhalbkugel.

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Ein untrügliches Zeichen, dass ich mich langsam wieder Europa näherte.

(allerdings musste ich in Kenia nochmals kurz in den Süden zurück)

Richtung Fort Portal nahmen die Bevölkerung und die Stationen zur Nahrungsaufnahme zu.

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Neben Bananen gab es „Rollex“ oder vielmehr „Roleggs“. Spiegeleier in Chapati gewickelt. Ein paar davon reichten für weitere Kilometer, selbst bei den Steigungen.

Mittlerweile hatte die Regenzeit angefangen. Bisher hat es mich nicht weiter gestört. Es fing erst an zu regnen, als ich das Zelt aufgebaut hatte. Und in meinem Hilleberg kann mich nichts erschüttern.

Als aber Immaculate, ein „Warmshower“ in Fort Portal, kam und mir ein Zimmer anbot, sagte ich nicht nein. Es dauerte nicht lange und es fing an zu schütten, donnern und blitzen.

So wie ich mich über die fantastische Straße vor Ishaka gefreut hatte, so war ich von der schlechten Straße nach Kyegegwa entsetzt.

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Dieses Schild bedeutete nichts Gutes. Chinesische Baustellen ziehen sich über viele Kilometer hin. Hier waren es 50 Kilometer. Es war das erste Mal, dass sie sich entschuldigten.

Danach kam ein Wettrennen mit dem Regen. Um mich herum wurde es total schwarz. Etwas zu früh, heute würde ich kein Glück haben.

Es fing gerade an, als ich mitten in der Pampa war. Schon patschnass stellte ich mich an einem kleinen Laden unter. Es war zu gefährlich, weiter zu fahren. Eine Sicht war praktisch nicht mehr vorhanden und das Wasser auf der Straße nahm eine unangenehme Höhe an.

Als es weniger stark regnete, fuhr ich weiter. Kurz darauf fing es wieder an. Ich fuhr nur weiter zu einer Lodge, wo ich unter einem Dach zelten und heiß duschen konnte.

Am nächsten Tag war meine Kleidung so nass wie am Abend vorher.

Auf der letzten Strecke nach Kampala, der Hauptstadt Ugandas, habe ich mich wieder überanstrengt. Ich wollte das Backpacker, wo ich zelten kann, unbedingt erreichen. Es waren aber noch über hundert Kilometer, bergig und je näher ich der Stadt kam, umso stärker wurde der Verkehr. Kampala entpuppte sich als eine der schlimmsten afrikanischen Städte.

Am Morgen war ich immer noch so fertig. Half aber alles nichts, ich wollte einige Visa besorgen. Zuerst einmal das Visum für Äthiopien. Wagemutig schlängelte ich mich durch den Verkehr oder fuhr ganz knapp am Rande des Teers.

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Zuerst erfuhr ich an dem Ort, wo eigentlich die äthiopische Botschaft hätte sein sollen, dass sie umgezogen war. Also nochmals ein paar Kilometer weiter. Als ich sie endlich gefunden hatte, hieß es, ohne Wohnsitz in Uganda gibt es hier kein Visum für Äthiopien.

Da die Dame am Empfang nicht sehr freundlich war und ich mein Glück in Nairobi versuchen konnte, ging ich gleich unverrichteter Dinge wieder. Die anderen Visa (Sudan und Ägypten) konnte ich somit auch bleiben lassen.

Wieder ging es durch den verheerenden Verkehr.

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Einerseits war ich froh, dass ich die Stadt schnell wieder verlassen konnte, andererseits musste ich jetzt nach Nairobi.

Mein nächstes Ziel war Jinja an einer der Quellen des Nils am Victoria-See. Es ist eine einfache Tagesreise von Kampala entfernt. Aber die ersten 30 Kilometer musste ich mich wieder durch schrecklichen Verkehr quälen. Ich empfehle wirklich jedem, wenn man nicht unbedingt in die Stadt muss, diese weiträumig zu umfahren.

Außer, dass es zu früh zu regnen angefangen hatte, war der weitere Verlauf der Strecke angenehm. Total nass kam ich in den „Source of the Nile“ Garten. Da es immer noch regnete und ich total nass war, machte ich keine Fotos. Von hier hat man einen guten Blick auf die zwei „handgemachten“ Inseln. An einer von beiden sind Quellen, die 30 Prozent des Nilwassers liefern. Die anderen 70 Prozent kommen aus dem See. Auch Tansania und Ruanda haben ihre Nilquellen, Flüsse, die in den Victoria See fließen.

Zelten konnte ich an der Kingsfisher Lodge etwas weiter, direkt am See.

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Welch ein Genuss nach der Stadt.

Nach dem Niger, Kongo und Sambesi, ging es jetzt über den Weißen Nil.

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Gleich hinter der Biegung liegen die Inseln mit den Quellen. Im Vergleich zu dem, was ich über den Ort hörte, fand ich ihn nicht so spektakulär.

Vor der Grenzstadt Busia konnte ich in meiner letzten Nacht in Uganda im Garten eines kleinen, einfachen Hotels unter diesem wunderbaren Baum zelten.

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Am Morgen ging es an Reisfeldern vorbei nach Busia, der Grenzstadt.

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Hier konnte ich meine restlichen Uganda Schillinge ausgeben.

Uganda war nach den letzten Ländern, trotz Regens und des Verkehrs und der Straßen in Kampala, ein Paradies

Ich war 16 Tage in Uganda und bin 931 Kilometer gefahren.

Mit gemischten Gefühlen ging es nach Kenia. Vor 30 Jahren war ich schon einmal dort. Wie sieht es jetzt aus? Wird es Unruhen wegen den Wahlen geben?

Mehr darüber nächstes Mal.

 

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